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#dobombe: Szenen eines Bomben-Tages

30. November 2012
Mein Gute-Nacht-Tweet nach einem spannenden Tag.

Mein Gute-Nacht-Tweet nach einem spannenden Tag.

Es war eine besondere Stunde des Lokaljournalismus’ für den Verlag, für den ich arbeite: Dortmund erlebte am Donnerstag nach einem Bombenfund in der Innenstadt die größte Evakuierungsaktion nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Als sich das am Mittag so gegen 13 Uhr abzuzeichnen begann, begann für den gesamten Verlag eine Ausnahmezeit, die sich im Newsroom der Lokalredaktion fokussierte. Ich habe eine frühe Lagesbesprechung und die letzte Phase vor dem ersten Andruck und dem Andruck eines Extrablattes mit der Videokamera beobachtet. 

Am Nachmittag gegen 14.30 Uhr bei den Ruhr Nachrichten: Lokalchef Philipp Ostrop hat zur ersten großen Lagebesprechung (VIDEO) des Tages die Mannschaft zusammengerufen. Chefredakteur Wolfram Kiwit ist da, Gerd Vogelsang, der CvD unserer Nachrichtenredaktion, Online-Inhalte-Chef Rainer Bartolain, fast alle Reporter und Editoren des Dortmund-Desks. Eine Bombe gefunden, nur etwa 500 Meter Luftlinie entfernt vom Lensing Carrée, noch näher an Kinderklinik und Johanneshospital. Die Notwendigkeit einer Evakuierung ist schon gewiss. Gewiss auch: Das wird ein besonderer Tag für die Redaktion.

***

Die Dramatik stieg. Gegen 17 Uhr, als die Evakuierung von mehr als 7000 Menschen schon in vollem Gange war, war die Produktion der restlichen Zeitung weitgehend abgeschlossen – nun galt es, alle Kräfte in den Bombenfund zu stecken. Neue Lagebesprechung und der Beschluss: Wir drucken ein Extrablatt und verteilen es an den Aufnahmestellen in der Stadt. Wir bringen die Information aktuell auch zu denen, die jetzt offline sind und wissen sollten, was da in ihrem Wohnviertel geschieht.

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Ab 19.30 Uhr, als es immer enger wurde, beobachtete ich das Geschehen in der Schlussproduktion mit der Kamera  (VIDEO): Es liefen die letzten Minuten vor Andruck des Extrablattes und der Frühausgabe. Editoren und Reporter sprechen letzte Details ab, bestücken die Zeitungsseiten mit Fotos, während andere recherchieren, wieder andere das Extrablatt konzipieren. Laufend wird der Live-Ticker aktualisiert, eine Kollegin aggregiert Netzstimmen. Es wird getwittert, telefoniert – und extrem konzentriert und fixiert gearbeitet.

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