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Das alte und das neue westline.de

21. Januar 2010

Seit mehr als zehn Jahren gibt es www.westline.de. Es wurde damals als Kind dreier Verlage geboren, die auf dem Zeitungsmarkt eigentlich als Wettbewerber auftreten: Das Medienhaus Lensing (in dem ich übrigens tätig bin) aus Dortmund (u.a. Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung), der Aschendorff-Verlag aus Münster (Westfälische Nachrichten) und das Medienhaus Bauer aus Recklinghausen (u.a. Recklinghäuser Zeitung). Man wollte damals in gemeinsamer Initiative dem aufkommenden Nachrichtengeschäft im Internet gerecht werden, ohne sich gegenseitig neben dem Zeitungslesermarkt auch noch den Internet-Lesermarkt gegenseitig streitig zu machen. Ein irgendwie eigenartiges Konstrukt, das sich jetzt neu erfunden hat. Eine Kritik.

Zehn Jahre lief es, klammert man kleinere optische Nachbesserungen aus, im gleichen Stile: Es zweitverwertete die Nachrichten, die die Redakteure der drei Häuser in erster Linie für das Printprodukt schufen – und das bei dem großteil der Nachrichten automatisiert. Der Vorteil: kostengünstige Zweitverwertung. Der Nachteil: die Qualität der Aufbereitung. Sieht man von der Startseite ab, kann man von einem ungesteuerten Einlaufen sprechen, ohne rot werden zu müssen. Dass das Nutzerverhalten im Netz anders ist als das eines Zeitungslesers, sei hier nur am Rande erwähnt. Dass das andere Ansprüche an eine Nachricht hervorruft, ebenfalls.

Im Laufe der Jahre stiegen aber die Ansprüche des Online-Nachrichtengeschäfts. Darum ergriffen die drei Zeitungshäuser eigene Initiativen und starteten von Westline vollkommen unabhängige Portale mit ihren Zeitungstiteln: www.RuhrNachrichten, www.MuensterscheZeitung.de, www.westfaelische-nachrichten.de oder www.recklinghaeuser-zeitung.de. Die Marken an sich schlummerten bis dahin einfach nur vor sich hin – an jenen Stellen gab es bis dahin rein vertriebliche Auftritte gegeben. Nachrichten musste man woanders suchen. Das Nachrichtenportal http://www.RuhrNachrichten.de startete so zum Beispiel im Jahr 2007.

Und Westline blieb Westline und funktionierte weiter so wie eh und je. Die drei Zeitungshäuser waren sich relativ einig, trotz eigener Nachrichten-Auftritte das Portal westline.de nicht aufzugeben.

Warum nicht (kein Anspruch auf Vollständigkeit)?

  • Weil Westline zu einer Marke geworden ist.
  • Weil Westline monatlich etwa 1 Million Visits und in Spitzenmonaten 10 Millionen PI hatte.  (Quelle: IVW)
  • Weil Westline ein riesiges Archiv lokaler Nachrichten aus vielen Orten in Westfalen hatte – und hat.
  • Weil Westline sich eine treue Community aufgebaut hat, die vor allem im Fußball-Umfeld (Schalke, BVB, Preußen Münster) liegt.
Die Startseite des neuen westline.de

Startseite

Seit Dienstag, 19. Januar 2010, hat westline.de also ein neues Gesicht. Erstmals seit der Schaffung. Ergebnis: Der Aufbau und die Technik sind wieder zeitgemäß, die Optik aufpoliert und aufgeräumt.

Ein paar meiner Eindrücke:

  • Die Seite ist sehr schmal. Vorteil: keine Gefahr von Informationsüberfrachtung. Nachteil: Schon auf einem 19-Zoll-Monitor wird in einer Standardauflösung relativ viel Platz verschenkt.
  • Startseite hat eine große optische Aufmachung, die automatisch rotiert, wobei die Seiten in Karteireitern auch manuell ansteuerbar sind. Vorteil: man bleibt an der Aufmachtung in jedem Falle erst mal hängen. Nachteil: Es passt nicht viel anderes auf den Startbildschirm.
  • Präsent ist die Direktverlinkung auf das, was Westline stark macht: Direkte Links in die Bereiche Schalke, BVB, VfL Bochum und Preußen Münster. Ein Klick, und der Fußballfan ist bei den News zu seinem Verein.
  • Die Kopfnavigation regelt den Rest:

    Kopfnavigation

  • Lokales, Fußball, Sport, Lifestyle, Technik, Forum. Auf den ersten Blick wirken diese Kategorien wahllos – aber das sind die Themen, die westline.de kann und auf die sich das Portal beschränken will. Offenbar in der Einsicht, dass andere Portale Nachrichten über die Geschehnisse in der Welt besser können. Während das alte Westline noch eine Vollabdeckung mit klarer regionaler Note versuchte, beschränkt man sich jetzt auf die Stärken. Das ist beileibe kein Eingeständnis von Schwäche, sondern eher Mut zur Lücke – den Rest machen viele andere und einige davon sogar besser.
  • SCP-Geschichte

    Die einzelnen Vereins-Bereiche sind aufgeräumt und sauber, dazu gesäumt von Kaderlisten, Ergebnisdienst und allem möglichen Zipp und Zapp – das ist okay, das ist aber auch nicht viel mehr als der Standard. Vorteil gegenüber anderen Seiten: Das Portal speist sich aus mehreren Nachrichtenkanälen (RN, MZ, WN, Medienhaus Bauer) statt aus einem einzigen. Genau da sollte es aber noch mehr ansetzen und seine Stärke als Aggregator der News nutzen – nicht so sehr als Abklatsch des kompletten Nachrichtenfundus seiner Verlage. Großartig ist  zum Beispiel der Historie-Teil zum SC Preußen. Und zu den Foren muss man kein Wort verlieren: Die sind technisch besser als die alten – und im Wust von User-Meinungen findet man ab und an auch Insider-Informationsperlen, die man sonst vielleicht nicht fände.

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