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Wie funktioniere ich im Social Web?

11. Oktober 2010

 

Was mache ich wann und wo?

Was mache ich wann und wo? Meine Social-Media-Treppe.

 

Blogger unterstellen gerne mal Medienmachern, dass sie die Blogosphäre nicht verstehen. Ich glaube, ich weiß zumindest so ein bisschen, was in den Blogs abgeht und wie das Zusammenleben im Social Web funktioniert. Aber Fragen stelle ich mir dazu auch ab und zu. Zum Beispiel diese.

Ich bin Medienmacher und lese trotzdem regelmäßig im Newsreader, was in der Blogsphäre geschieht. Mich interessiert, was dort Ulrike Langer, Christian Jakubetz, das Team von carta.info, die Jungs von netzwertig, Thomas Knüwer, der Zwitter turi2 [ist das ein blog? nein, mehr ist es ein medien-nachrichtenportal], Philipp Ostrop, der Pottblogger, die Ruhrbarone (und wenige andere) schreiben.  Nur: Was tue ich, wenn ich dort was interessantes finde (und das ist häufiger der Fall)? Presse ich den „Like-Button“? Verpasse ich ihm in meiner Newsreader-App einen Stern? Schicke ich den Link bei Twitter herum? Schreibe ich einen Kommentar ins Blog? Oder blogge ich darüber, dass ich in Blog XY etwas gelesen habe? Wenn ich darüber blogge und eigentlich keinen weiteren Input habe als: „Das habe ich gelesen oder gesehen und fand es hochinteressant und empfehlenswert für die, die mein Blog lesen“ – ist es dann unsinniger Datenmüll, den ich wie Wall-E zu einem Würfel presse und ihn zu hohen Türmen aufstapele? Denn es ist ja anzunehmen, dass diejenigen, die mein Blog lesen, in ihrer Blogroll oder in ihren Newsreader auch die Blogger haben, die ich hier oben erwähne. Schließlich machen die was zur Medienrevolution und zum Social Web – genauso wie ich es ab und zu tue.

Vielleicht reicht es auch, den gelesenen und für gut befundenen Blogbeitrag in meine Delicious-Linksammlung zu verfrachten. Dort kann jeder, der mich kennt, nach meinen Favorites stöbern, wenn er mag.

Vielleicht kann ich den Link auch einfach Twittern oder bei Facebook liken. Aber vielleicht geht er da auch unter im ewig laufenden und nimmer abreißenden Datenstrom, geht zu schnell unter und wird von zu wenig Menschen wahrgenommen. Und darüber hinaus: Flattre ich das Ding, bezahle ich dafür ein bisschen was und teile in meiner Flattr-Timeline mit, dass ich den Artikel flattrwertig finde.

Ich meine, es gibt eine Rangfolge – die nenne ich meine Social-Media-Treppe:

1) In meinem Blog landen Links, die richtig, richtig wertvoll, nett, lustig, gut sind und von denen ich glaube, dass sie auch morgen und übermorgen noch interessant sein dürften. Denn das Blog ist wertiger, nachhaltiger, archiviger als irgendein anderes Tool. Zudem: schwer flattr-verdächtig.

ad 1) Alles, was ich blogge, twittere ich auch. Damit ich nicht nur bei Menschen lande, die meinen RSS-Feed gebucht haben, sondern auch bei denen, die RSS nicht verwenden oder die mir „bloß“ bei Twitter folgen. Das landet dann auch auf meiner Facebook-Pinnwand. So ist alles irgendwie miteinander verwoben.

2) Nur in meinem Twitterfeed landen Dinge, die richtig wertvoll sind, aber vielleicht zu kurzfristig und zu irrelevant, als dass ich darüber bloggen wollen würde. Zudem: durchaus flattr-würdig. Und: Was ich twittere, landet auch auf meiner Facebook-Pinnwand.

3) Nur bei Facebook like ich Geschichten, die zu einem eigenen Tweet nicht relevant und interessant genug sind, aber dennoch Mitteilungswert haben. Zudem: eher nicht flattr-würdig.

ad 1 bis 3) Bei Delicious nimmt glaube ich kaum einer meine „shared bookmarks“ wahr. Ich bin zu unregelmäßig dort, um dort interessant zu werden. Aber wenn ich was lese und es hat einen Delicious-Knopf, dann drücke ich ab und zu mal drauf.

ad 1 bis 3 II) Ich favorite im Newsreader (Google) oder bei Twitter dauernd Artikelchen, die ich gelesen und für gut befunden habe – ob nun sehr gut, gut oder nur ein bisschen gut spielt da keine Rolle. Aber vermutlich schaut nie jemand in meine Favorites bei Twitter. Der einzige bin ich selbst – und wenn ich mal reinschaue, dann räume ich alte Sachen raus, die ich doch nicht noch einmal gelesen habe.

Habe ich das Social Web verstanden? Oder nutze ich es falsch? Sollte ich mehr Daten produzieren oder weniger? Bin ich wie Wall-E oder sollte ich nur dann bloggen, wenn ich „unique content“ anbiete?

Fragen bleiben. Wer hat Antworten? Ich freue mich auf Kommentare.

Nachtrag: Das Social Web funktioniert – in diesem Fall arbeitet es für mich. Danke an @RZChefredakteur.

 

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2 Kommentare leave one →
  1. Matthias permalink
    11. Oktober 2010 13:31

    Die Frage ist doch eigentlich: für wen macht man das alles? :-)
    Twitter ist für mich ein rein privates Vergügen und meine Timeline ist auch geschützt. Allerdings kann man nicht abstreiten, dass die Relevanz von Twitter dauerhaft steigt und somit auch für Newssites und Blogs immer wichtiger wird um Inhalte bekannt zu machen.
    Facebook etc. besitzen m.E. keine Relevanz für die Verbreitung von Inhalten. In Facebook habe ich, zumindest in meiner Timeline, noch nicht wirklich was sinnvolles gefunden.

    Matthias

  2. 11. Oktober 2010 14:37

    Ich denke, jeder macht das ein bisschen anders, weil jeder andere Zielsetzungen mit seinen Social Web Aktivitäten verfolgt. Und warum machen wir das, Matthias? Um den Echtzeitstrom (und die Rosinen, die darin versteckt sind) zu filtern, zu organisieren, zu teilen – mitzugestalten.

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