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@freeoskar stellt aus – und spricht über seine besten Luftfotos

26. März 2011
Die Ausstellung "start up" ist eröffnet. Foto: Paulitschke / Ruhr Nachrichten

Die Ausstellung "start up" ist eröffnet. Foto: Paulitschke / Ruhr Nachrichten

Er fliegt. Oskar Neubauer ist Hobby-Mitflieger und den kleinen Sportflugzeugen über dem Ruhrgebiet. Dass er zusätzlich Fotograf für die Ruhr Nachrichten ist, verbindet er gekonnt mit seiner Fliegerei-Leidenschaft. Nun sind über die Jahre viele, viele eindrucksvolle Pressefotos dabei entstanden – von Straßenzügen, großen Bauprojekten, Autobahnkreuzen, Weihnachtsmärkten oder Massenveranstaltungen. „Nur“ Pressefotos? Nein, weit mehr als das.

Es sind Pressefotos, die ihren Reiz daraus beziehen, dass sie nicht dem entsprechen, was der Mensch Tag für Tag mit den eigenen Augen aus der Ich-Perspektive sehen kann. Es sind Fotos aus der Vogelperspektive. Gestochen scharfe Aufnahmen aus der Senkrechte über uns.

Nun mögen viele sagen: Spätestens seit Google Earth haben wir das doch lückenlos und fast weltweit, zumindest aus den besiedelten Gebieten der Erde. Draufsichten aus Satelliten-Perspektive, verknüpft mit Geodaten und dadurch navigierbar.

Keine Frage, diese weite Abdeckung, die schafft ein Mann, der ab und zu in eine Sportmaschine steigt und fotografiert, garantiert nicht. Aber dafür kann der vieles mehr:

  • Mehr Qualität. So scharf, so gestochen, sind seine Bilder, dass es eine Freude ist, sie sich anzuschauen – während man bei Google oder Bing verpixelte Strukturen erkennt und darüber hinaus schwache Farben und Kontraste.
  • Mehr Perspektive. Oskar Neubauer fotografiert eben nicht ausschließlich 90 Grad zur Horizontale, er kann auch Mittelstufen. Bing versucht auch, aus Satellitenbildern auch geneigte Perspektiven zu ermitteln, aber werden Neigungswinkel verstellt, der wird schnell merken, dass die 3D-Darstellung z.B. von hohen Gebäuden sehr unecht wirkt. Oskar hält echte Perspektiven dagegen.
  • Mehr Aktualität. Während man sich bei Satellitenbildern fragen muss, welchen Zeitpunkt sie eigentlich gerade abbilden (und der liegt oft schon ein paar Jahre in der Vergangenheit), steigt Oskar Neubauer in die Luft, landet und übermittelt seine aktuellen Bilder – die Bilder von heute, von gestern, von vorgestern. Aktuelle Eindrücke, die kein Anbieter der Welt aus der Höhe liefert.

Und jetzt kommt das gewichtigste Argument: Oskar ist es gelungen, aus einigen seiner Bilder Kunstobjekte zu machen. Er kann nämlich noch mehr als sehr gute Pressfotos – er kann auch Kunst. Darum hat er jetzt seine eigene Ausstellung eröffnet. In seinem Heimatort Schwerte (in der Nähe von Dortmund) in einer alten Industriehalle, die heute Gastronomie und Kulturzentrum mit altindustriellem Charme ist. An unverputzten Backsteinwänden hängen seit Donnerstag etwa 15 seiner eindrucksvollsten Luftbilder im Format bis zu 2 x 1,5 Meter. Hochwertig und knackscharf gedruckt auf Aluplatten, von Lichtinstallationen besonders in Szene gesetzt.

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Ich war bei der Eröffnung der Ausstellung dabei und habe mich mit meinem Kollegen Oskar Neubauer über seine Gedanken zur Vernissage und zur Fliegerei und der besonderen Kunst des Luftbildes unterhalten. Das Gespräch habe ich mit meiner Flip aufgezeichnet. Hier der bisher unveröffentlichte Raw Cut:

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Für die Ruhr Nachrichten habe ich auch einen siebeneinhalbminütigen Film von der Eröffnung gedreht und zusammengeschnitten. Darin kommt nicht nur Osar (ein Ausschnitt aus dem Interview), sondern auch seine Frau Karin und örtliche Prominenz zu Wort. Das Filmchen:

Die Berichterstattung und viele Fotos auf RuhrNachrichten.de dazu hier.

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Ein Foto fehlt auf der Ausstellung: eine Luftansicht des Phoenix-Sees in Dortmund, der zurzeit mit Wasser vollläuft und bald ein großes Naherholungszentrum im Süden der Stadt werden soll. Das hat er meinem Kollegen Philipp Ostrop und mir im September vergangenen Jahres geschenkt. Die Freude darüber ist heute noch ein Stück größer.

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Disclaimer: Ich bin im Medienhaus Lensing, dem Verlag, der die Ruhr Nachrichten herausgibt, als leitender Redakteur angestellt – und deshalb nicht ganz unabhängig.

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