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Mein Google-Hangout-Test und sein Nutzen für Lokalzeitungs-Macher

23. August 2012
So sieht ein Hangout bei YouTube aus.

So sieht ein Hangout bei YouTube aus.

Vielleicht sind das einmal einschneidende 8:31 Minuten (siehe unten im Artikel) – vielleicht ist es aber auch nur ein Ausnahme-Versuch mit einer Technik, die uns niemals weiterhilft: Am Mittwoch habe ich zusammen mit dem Kollegen Nico Drimecker einen „Google Hangout On Air“ ausprobiert. Im Dienst (bzw. in der Labor-Mittagspause), als Testversuch mit halbwegs-echtem Inhalt. Was hat das gebracht?

Zur Vorgeschichte:

Google Hangouts sind ein praktisches Ding, das war mir schon länger klar: Menschen können sich in einer Video-Konferenz zusammenfinden und sich miteinander unterhalten, sich dabei sogar sehen und das ganze dabei auch noch aufzeichnen. Neu für Deutschland ist nun, dass man diese Aufzeichnung auch während der Aufnahme direkt live streamen kann – deshalb nun der Zusatz „On Air“. Das heißt: Ich videotelefoniere mit einem oder mehreren Personen und kann das live ins Internet übertragen, sodass jeder andere sich zwar nicht direkt in die Konferenz einschalten und mitreden kann, aber verfolgen kann sie jeder. In Echtzeit bei Google+ oder bei YouTube und nach einem kurzen Rendervorgang (ca. 5 bis 10 Minuten) dann auch „Re-Live“ als Komplettaufzeichnung auf selbigen Plattformen.

Diese Möglichkeit hat Charme. Streaming-Dienste wie qik oder Bambuser gibt es schon länger, einige davon habe ich mit meinem Team auch schon getestet und genutzt (Beispiel 1: Stadtfoto XXL in Lünen / Beispiel 2: Podiumsdiskussion Landtagswahl in Selm). Aber sie können „nur“ von einem Smartphone oder von einer Webcam eine Video-Aufzeichnung direkt ins Netz übertragen (inklusive aufzeichnen und speichern). Dabei geschieht die Aufzeichnung also nur an einem Ort. Neu bei dem Hangout: Hier werden die Bilder mehrerer Kameras (Webcams) gleichzeitig in einem Kanal gebündelt und wiedergegeben – man ist also an mehreren Orten gleichzeitig.

Hier sieht man den PC-Bildschirm eines der Gesprächspartner

Hier sieht man den PC-Bildschirm eines der Gesprächspartner

Zugleich bietet der Hangout die Möglichkeit, jede einzelne Webcam im Livemodus umzuschalten. Ein Nutzer kann während eines Gespräches seine Bildübertragung so umschalten, dass in der Übertragung nicht mehr das Kamerabild, sondern sein Desktop zu sehen ist. Das Feature ermöglicht ihm also, über etwas zu sprechen, das er auf seinem Computer gesehen hat – und er kann es zeitgleich zeigen. Zum Beispiel eine Website oder – wie in unserem Beispiel – die Fragmente / Skizze einer Zeitungs-Doppelseite, die wir in den nächsten Tagen weiter bearbeiten und dann irgendwann veröffentlichen wollen.

Hier kann man den Hangout sehen:

 

Das schöne am Hangout On Air ist: Er findet nicht nur da statt, wo Geeks und Nerds sich die Klinke in die Hand geben, nämlich im nicht sonderlich reichweitenstarken Netzwerk Google+. Es findet statt auf YouTube, einer der größten und bekanntesten Websites der Welt mit all ihren Features – und vor allem einem: Man kann den Livestream, der da bei YouTube einläuft bzw. ausgestrahlt wird, mit den üblichen Funktionalitäten in Social-Web-Dienste entlassen und ihn per Code in jede beliebige HTML-Seite einbetten  .

Die technische Seite ist damit weitgehend abgehakt (über die Bild- und Tonqualität des Streams schreibe ich an dieser Stelle nichts). Bleibt die inhaltliche: Was ist der Nutzen für Journalisten, für Lokalzeitungs-Macher?

  • Man kann Redaktionskonferenzen mit Bild abhalten und sie einer wie auch immer gearteten Öffentlichkeit zugänglich machen.
  • Man kann Leser und Poweruser einladen zu einer Diskussionsrunde über die Zeitung selbst oder über ein Sachthema – also Leserabende im Internet veranstalten.
  • Man kann Interviews führen, ohne die Redaktion zu verlassen oder den Bürgermeister in die Redaktion einzuladen. Man zeichnet sie direkt auf, kann sie von dort für Print transskribieren und erhält so eine neue Art der Echtheit eines Gespräches.
  • Man kann Lokal-Promis und Leser an einen virtuellen Tisch holen und eine offene Fragerunde veranstalten.

Es gibt noch ein paar weitere, etwas verrücktere Ideen, über die ich jetzt hier aber nicht schreibe.

Der Kollege Drimecker (groß) und ich im Hangout.

Der Kollege Drimecker (groß) und ich im Hangout.

Letztlich ist die Frage: Was kann man tun und was davon tut man wirklich? Ein internes Kollegengespräch mit Bild unter Einbeziehung / Ansprache an die Öffentlichkeit haben Nico Drimecker und ich als Test veranstaltet. Über den Inhalt müssen wir hier nicht reden, der war dürftig – bei diesem Test aber auch nur am Rande wichtig für uns (und das merkt man auch…). Es war ein Versuch, nicht mehr, nicht weniger. Jetzt weiß ich aber (ansatzweise), was ein „Hangout On Air“ ist, was er kann – und wie er vielleicht einmal für uns interessant sein kann oder wichtig werden könnte.

Den Einsatz bei der Rundshow im BR fand ich spannend – aber weitere Beispiele, wo dieses Tool zum Einsatz kam, sind glaube ich rar. Wie nutzen andere Medien Google Hangouts (gerne auch international)? Wo gibt es Beispiele? Auf Hinweise freue ich mich in den Kommentaren. 

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3 Kommentare leave one →
  1. 23. August 2012 14:56

    Dein Lieblingsverein hat am gestrigen Mittwoch einen ersten Hangout-Versuch gewagt. Bis auf ein- zwei Aussetzer hat das Ganze auch recht erfolgreich funktioniert.

    Hangout bietet, denke ich, im Bereich der Leser-/Nutzerbindung und Einbeziehung gehöriges Potential, so die Bandbreite beim User und die Stabilität des Servers eine stabile Nutzung zulassen.

  2. 24. August 2012 10:12

    Schöne Sache. Habt ihr das mit den Dell-Notebook-Webcams gemacht?

    • 24. August 2012 13:58

      Ich habe eine externe Logitech-Webcam mit Extra-Mikrofon genutzt. Die Drimecker-Kamera ist die aus einem „Dell Latitude“.

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