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FC Arsenal hat das Stadionheft fürs iPad

5. November 2012

Das hätte ich nicht gedacht: Fußballspielen können sie zurzeit nicht so gut; Fangesänge können sie auch nicht. Aber Medienwandel, den kann der FC Arsenal – und zwar richtig gut fürs iPad.

Vor zwei Wochen war ich mit meinem geliebten FC Schalke 04 auf der Insel zum Champions-League-Auswärtsspiel beim FC Arsenal. Ich habe mir Mittwochabend das Spiel im Stadion angeguckt, hatte aber Mittwoch und Donnerstag, um mir auch den Fußball generell in der Stadt mit der weltweit höchsten Profifußball-Dichte anzuschauen. Und dann war da noch Zeit, mir ein kleines Stückchen Medienrevolution aufs iPad zu ziehen: Das „Matchday Programme“, also das Stadionheft des FC Arsenal London für die Partie gegen den FC Schalke 04.

Was ich mir da in einem kleinen Bistro im wunderschönen Ortsteil Fulham beim Mittagssnack per WiFi aufs iPad gezogen habe, hat mich beeindruckt. Dabei interessiere ich mich eigentlich nicht sonderlich für Stadionhefte, weil sie mich meistens inhaltlich nicht besonders ansprechen. Es sind halt oft Hochglanz-PR-Magazine, die sich unkritisch mit dem eigenen Verein beschäftigen. Klar liebt ein jeder Fan seinen Verein, aber das bedeutet nicht, dass man immer nur der Gute-Nachrichten-Leser sein will. Wie dem auch sei, ich habe es gern gelesen, weil es beim Lesen Spaß machte. Die Haptik eines iPads fasziniert mich nach wie vor, hinzu kommt bei dieser App eine tolle Benutzerführung, hier ein Schieberegler, da ein kleines Klick-Auf-Menü.

Die Gegner-Vorstellung in diesem Magazin soll als ein Beispiel dienen: Der Schalker Kader ist im Prinzip in Form eines Memory-Spiels auf der Seite zu sehen. Jeder Spieler eine Karte, jede Karte leicht „ausgegraut“. Patscht man nun mit der Foto auf Joel Matip, zum Beispiel, wird die Karte Tiefblau, sein Foto erscheint klarsichtig und auf einer benachbarten Karte erscheint ein Steckbrief: So alt ist er, diese Position spielt er. Auf einer dritten Karte in diesem Memory-Set erscheint ein Textfeld, in dem es in einem kurzen Abriss um seine größten Stärken geht – recht analytisch und nett geschrieben. Man kann ihn in diesem kleinen Feldchen runterscrollen – was zum Spielen halt.

Das ganze Magazin ist starr im Hochformat gelayoutet, lässt sich auch nicht ins Querformat drehen, und besticht durch die Opulenz der Optiken zu den einzelnen Geschichten. Von Geschichte zu Geschichte „scrollt“ man dabei seitwärts, kommt dann jeweils auf die Schlagzeilen-Seite. Und wenn man die dazugehörige Geschichte lesen will, blättert man sich nach unten über drei, vier, fünf Seiten durch.

Das Magazin (hier ist die App übrigens) kostet im Einzelkauf 3,99 Euro. Das ist recht teuer, aber es ist etwa genauso teuer wie die Printausgabe, die es vor dem Spiel rund ums Stadion zu kaufen gab. Ich habe das Heft nicht auch noch gekauft, es mir aber kurz angesehen. Und es hatte den Anschein, als habe es weitgehend dieselben Inhalte gehabt – nur auf Print angepasst.

Während viele Zeitungsverlage in Deutschland noch nicht so recht wissen, wie sie ihre Inhalte appetitlich auf ein iPad bekommen – der Fußballclub Arsenal ist da schon mal eins, zwei Schritte weiter.

Und so sieht das dann aus (Video):

  • Über Verkaufszahlen Print und Online liegen mir leider keine Infos vor.
  • Die App ist kostenfrei, das Magazin selbst kostet im Einzelabruf 3,99 Euro (in-App-Kauf) in England bzw. 4,49 Euro in Deutschland. Es gibt auch Abo-Möglichkeiten: Der Bezug für ein Jahr kostet 39,99 Euro.
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