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Reclaim Social Media – ein Scoop im Chaos-Kleid #rp13

7. Mai 2013


Halle 1 auf der re:publica 13Der erste Tag der re:publica 13 endete mit dem Paten, mit dem Papst der deutschen Webszene: Etwas verspätet um 19.53 Uhr trat Sascha Lobo auf die größte Bühne des Veranstaltungsgeländes, alle Plätze im Saal waren besetzt. Er hielt eine reichlich chaotische Rede mit einem harten Kern, der einem Scoop gleichkam: Er enthüllte ein Projekt, von dem keiner je gehört hat, das aber in der Netzgemeinde sicher noch für Furore sorgen wird: Reclaim Social Media.

Reclaim Social Media – oder kurz reclaim.fm – ist ein offenbar an WordPress gebundenes Tool (Plugin), das die Veröffentlichungen eines Netzmenschen auf allen Kanälen in einem Kanal aggregiert, sie filtert, durchsuchbar macht und sortiert. Außerdem lassen sich damit die Veröffentlichungen der Kontakte eines Netzmenschen sammeln. Man veröffentlicht und veröffentlicht und weiß schon nach kurzer Zeit im Social-Media-Wust nicht mehr, was man wo gepostet hat, was man wo gesehen und geliked hat. Diesen Dschungel soll das Tool wegbar machen. (Und hier schreibt einer der Bastler in Kürze etwas dazu.)

Auf den ersten Blick und kurz durchdacht kann Reclaim eine digitale und lebendige Visitenkarte sein. Das Blog, auf dem die Reclaim-Visitenkarte abgebildet wird, rückt dabei zurück ins Zentrum des Bloggers, der ansonsten auf vielen Plattformen im Kleinen publiziert und diskutiert, das Blog selbst aber dabei nur einer von mehreren Kanälen ist, die bedient werden. Auch zum Beispiel für Medienhäuser ist das ein hübsches Maschinchen: Was die Social-Media-Abteilung so auf den diversen Kanälen tut, was Autoren und Mitarbeiter bloggen, wo Storifys entstehen – das kann man dann alles auf einen Blick haben und in einem ansprechenden „Look and feel“ schnell sortieren.

Dass Lobo zusammen mit  Felix Schwenzel und Markus Angermeier in einigermaßen großer Heimlichkeit dieses praktische Gerät gebaut hat, kleidete Lobo allerdings in eine reichlich verquaste Rede. Das Mac-Book, auf dem er bei seinem Vortrag seine Folien abspielen wollte, machte ihm dabei einen Strich durch die Rechnung. Es lief zwar weitgehend, stürzte aber einmal ganz ab (Lobo: „Ist jemand von der Firma Microsoft hier?“) und spielte zudem die paar Videos, die er in die Präsentation gesteckt hatte (vor allem Hunde- oder Katzencontent) nicht ab. Darum musste Lobo gagmäßig improvisieren, weil einige seiner Scherze sich offensichtlich auf die Präsentation bezogen. Das gelang ihm nicht immer so richtig gut, er ließ sich davon (verständlicherweise) aus der Bahn werfen.

Trotzdem war der Auftritt amüsant und am Ende mit reichlich Applaus bedacht. Er musste es aber auch sein, denn die Halle 1 war voll. Und wenn Lobo auf einer Bloggerkonferenz auftritt, dann ist das wie eine öffentliche Audienz des Papstes: Die Zuhörer erwarten einen Knaller; klar ist: diese Nummer darf man einfach nicht verpassen. Lobo ist der Pate, alle hängen an seinen Lippen.

Lobo litt unter den Tücken der heiligen Technik – doch er lüftete das Geheimnis eines nützlichen neuen Tools, das die Netzwelt jedes einzelnen nicht revolutionieren, aber durchaus bereichern wird.

reclaim

Andere Blogger über die Rede und das neue Tool:

kritikkultur.de: Vorbei die Zeiten, in denen er uns verbal den Arsch versohlt hat. Heute nimmt er uns eher an die Hand. Aber er ruft uns auch immer wieder auf: Macht Leute!

dirkvongehlen.de: Nach allem, was ich davon verstehe, ist das eine recht gute und recht einfache Idee.

ezweinull.de: Der eigene Blog wäre das Zen­trum der eige­nen Akti­vi­tä­ten. Dies hätte zwei große Vor­teile: Ers­tens wür­den Blogs mas­siv gestärkt wer­den, da mehr Kom­mu­ni­ka­tion zum Blog gelenkt wird. (…) Zwei­tens erhal­ten Social-Media-Akti­vis­ten eine bes­sere Über­sicht über die eige­nen Akti­vi­tä­ten und somit eine bes­sere Kon­trolle über die eigene Kom­mu­ni­ka­tion.

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One Comment leave one →
  1. 11. Mai 2013 22:11

    Gute Zusammenfassung der Rede?…. Vortrags?… Inhalt der Rede von Lobo: am Ende wichtig – rhetorisch schwach zu viele Merkel Reden gehört…aber reclaim social media gute Idee!

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