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Journalismus, Crowdfunding und das ausgezeichnete brafus2014.com

16. März 2015
Kai Schächtele, Birte Fuchs und Christian Frey: Dieses Trio steckte hinter brafus2014.com.

Kai Schächtele, Birte Fuchs und Christian Frey: Dieses Trio steckte hinter brafus2014.com.

Die WM 2014 war ein Spektakel. Nicht nur, weil Deutschland Weltmeister wurde und im Halbfinale Brasilien mit einem 7:1 demütigte. Was über die Fernsehschirme in unsere Wohnzimmer flimmerte, war ein Bild von einem vor allem schönen Brasilien in den Farben der Fifa. Aber wie war es wirklich? Was macht die WM mit Brasilien?

Dieser Frage näherten sich drei deutsche Journalisten an. Sie machten das auf eigene Faust, mit dem Einsatz des eigenen Geldes. Sie hoben das Fifa-Tuch und eröffneten einen Blick auf das, was dahinter wirklich los war. Sie arbeiteten sechs Wochen lang an 27 Geschichten aus Brasilien, veröffentlichten sie im Netz und ließen sich ihre Arbeit von der Crowd bezahlen.

In ihrem Blog brafus2014.com veröffentlichten sie ihre Beiträge, die sich oft in den Häusern von Brasilianern abspielten, die nicht zu den Bevorzugten gehören. Von normalen Brasilianern, die den WM-Hype in ihrer eigenen Lebens-Umgebung hautnah miterlebten, während sich ihre normale Erde weiterdrehte. Die am Rande der Scheinwelt leben und diese vom Zaun aus beobachteten.

Kai Schächtele, Christian Frey und Birte Fuchs, drei Berliner, flogen am 3. Juni 2014 nach Brasilien mit einem groben Plan. Sie wollten hinter die Kulissen blicken. Sie investierten 15.000 Euro für Reisen, für das Essen, für ihr sechswöchiges Leben in Brasilien – allerdings suchten sie sich bewusst günstige Unterkünfte, lebten oft auch bei den Menschen, mit denen sie ihre Geschichten machten. Sie riefen die Leser ihres Blog auf, für ihre Arbeit zu bezahlen: im Prinzip in Form von Spenden. Sie nahmen am Ende 26.500 Euro ein – weit mehr also als sie ausgegeben hatten. In der Ausgabensumme fehlten allerdings die eigenen Honorare. So blieben knapp 11.000 Euro übrig in der simplen Kostenkalkulation. Ein üppiges Honorar für drei Leute, die sechs Wochen lang in Brasilien einer Arbeit nachgingen, für die sie viele Journalisten beneiden würden.

Dass das am Ende noch nicht genug war, um so einen Journalismus zu finanzieren, warum es nicht noch mehr Geld war, wie die Zeit in Brasilien sich im Nachgang anfühlt, was der Journalisten-Preis – sie wurden auf den zweiten Platz bei der Kür der Journalisten des Jahres 2014 gesetzt – mit ihnen machte, ob Crowdfunding im Journalismus funktionieren kann und viele weitere Dinge konnte ich mit ihnen diskutieren: Wir trafen uns in einer eine Fußball-Halbzeit lang dauernden Videokonferenz von Dortmund (Küche der Weckenbrocks) nach Berlin. Dabei verrieten sie auch, dass man sie möglicherweise schon 2015, spätestens aber 2018 mit einem neuen ähnlichen Projekt im Netz sehen könnte.

Hier kann man sich das komplette Interview ansehen:

 

 

Links zum Interview: 

Hier geht es zum Blog brafus2014.

Hier bloggen zwei junge Journalistinnen im Favela-Watchblog aus Brasilien.

Die Liste aller Top-Ten-Journalisten des Jahres 2014

carta.info über das Projekt brafus2014

brafus2014 bei Facebook

brafus2014 bei Twitter

wintermaerchen2010.com: Das erste Crowdfunding-Blog von Frey/Schächtele

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