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Top-Tool blab: Vierer-Videokonferenz mit Split-Screen

22. September 2015

Blab-Test-ScreenshotMal wieder was neues im Netz: Blab.im ist eine seit einigen Wochen verfügbare Web-App- und App-Software, die eine Videokonferenz mit zwei bis vier Personen ermöglicht. Sie wird live gestreamt, ermöglicht den Zusehern die Teilnahme via Applaus und Kommentaren, ist nach dem Ende als Replay verfügbar, lässt sich dann einbetten und zu YouTube hochladen – und hat ihren Charme vor allem im geteilten Bildschirm. Mein erster Test lässt mich staunen. Cooles Teil!

@blab – über einen Tweet von Christina Quast bin ich gestern auf das Tool gestoßen. Ein Webportal unter blab.im, ein Twitter-Handle, eine App im AppStore – und ein überzeugendes Tool in der Beta-Phase. Das hab ich dann einfach gleich am Abend mal spontan ausprobiert.

(Leider funktioniert der Embed bei wordpress.com noch(?!) nicht, darum hier der Link: https://blab.im/stream/46f28e0ebb1c4f9a838307cfee8021a1/embed)

Was ist blab, was ist es im Unterschied zu anderen Livestream-Tools wie Periscope oder Google Hangout On Air? Es ist eine Mischung aus beiden genannten: Es hat die Einfachheit und die Twitter-Nähe von Persicope (quick sign-in via Twitter-API), aber die Konferenzfunktion von Hangouts On Air – mit dem Vorteil des Split-Screens und der Interaktivität in einem Kommentar-Thread, der wie ein Chat mit den Twitter-Handles der Teilnehmer funktioniert. Oben die Videokonferenz im viergeteilten Bildschirm, unten die Kommentare der Zuschauer (und Diskussionsteilnehmer) – das hat Charme, ist direkt und einfach.


Blab-LogoAber von vorne:
Es gibt bei einem blab einen Host, einen Gastgeber. Der stellt eine Videokonferenz ein – entweder sofort oder mit einer Anfangszeit versehen, zu der der blab dann automatisch startet. Der Gastgeber gibt dem blab einen Titel und bis zu drei Hashtag-Kategorien (bis dato US-Kategorien). Dann geht der blab direkt live. Mit einem Klick bewirbt man ihn in seiner Twitter-Timeline, und mit einem Klick sind die Zuseher im Stream. Der Host ist oben links im Split-Fenster zu sehen. Wer dem blab beitritt, kann eines der drei freien Fenster (Stühle) besetzen, indem er per Klick auf den Splitscreen eine Anfrage an den Host stellt. Der kann dann entscheiden, ob der Anfragende aufgenommen wird oder nicht – mit einem Klick. Bei Bestätigung dauert es ein paar Sekunden, dann ist der Gast im Stream. Der Stream selbst lässt sich im Hintergrund definieren: Die wichtigste Funktion dabei ist die Aufzeichnungsoption. Jeder Stream kann aufgezeichnet werden. Dafür muss man in den Einstellungen auf Record klicken. Die Aufnahme kann man während des Streams unterbrechen und/oder neu starten.

Nun können sich die beiden Videokonferenz-Teilnehmer unterhalten, während zwei Sitze nach wie vor frei sind. Für den Host ist es jederzeit möglich, neue Gäste (nach deren Anfrage) aufzunehmen oder andere rauszuschmeißen („kick“), der Host kann sie auch „muten“. Unter dem Splitscreen im Chat sind alle Teilnehmer der Videokonferenz gleichberechtigt mit allen Zusehern vertreten und können Kommentare loslassen. Dabei gibt es auch eins, zwei Handles, die die Schrift hervorheben – zum Beispiel /q für „Question“. Kleines spielerisches Gimmick ist der „prop“: Zuschauer und Konferenzteilnehmer können den anderen Konferenzteilnehmern applaudieren. Dazu gibt es rechts unten in der Ecke jedes Split-Bildes die applaudierenden Hände, die dieselbe Funktionsweise haben wie die Herzen bei Periscope. Verteile „props“ bis zum Umfallen, wenn dir langweilig wird – am Ende gibt es auch eine Prop-Statistik.

Blab läuft bis dato im Aufzeichnungsmodus gut in der App (getestet auf dem iPhone, Streams gehen im Hoch- und im Querformat…) und mit einem deutlich höheren Funktionsumfang in der Web Browser App am PC. Die Aufzeichnung via Tablet funktioniert zurzeit in der Web-App nicht (zumindest nicht via iPad). Im Betrachtungsmodus ist die Web App weit mächtiger als die Smartphone App: Zwar kann man auch via Smartphone zusehen, aber der Funktionsumfang ist da minimiert. Es geht nur Chat und Videostream, große Veränderungen in den Konferenz-Eigenschaften sind nicht möglich.

Wozu lässt sich blab für Journalisten nutzen? Es ist ein exzellentes Tool für schnelle Schaltkonferenzen: Reporter A steht bei einer Bombenentschärfung im Ballungsraum an der Polizeiabsperrung, Reporter B ist in der Halle, in der die für die Entschärfung evakuierten Bewohner des Viertels unterkommen. Und der Gastgeber sitzt am Newsdesk und moderiert die Schalte. So lässt sich die Schalte via blab live streamen und über die Twitter-Kanäle der Redaktion promoten. Nach Abschluss steht das Video im Replay-Modus zur Verfügung und lässt sich mit einem Embed-Code als iFrame in die Website einbetten, mit einem Klick zu YouTube exportieren. Außerdem erhält der Host wenige Minuten nach dem Ende der Konferenz eine Mail mit zwei Download-Links: dem Video-File und einem Audio-File. So lässt sich das Format auch gleich als Podcast ausspielen.

Diese Mail erreicht den Host wenige Minuten nach Ende des Streams.

Diese Mail erreicht den Host wenige Minuten nach Ende des Streams.

Blab ist in einer Beta-Phase und hat noch einige Kinderkrankheiten. Dass es nicht auf allen Browsern, Geräten und Apps den gleichen Funktionsumfang hat, ist schade. Vor allem, dass man sich auf dem iPad im Safari-Browser zum Beispiel keine Livestreams anschauen und auch keinen beitreten kann, ist ungünstig. In meinem Test-Blab hakte das Tool eins, zwei mal. Ob es an meinem Wlan oder am Tool selbst lag, kann ich aber nicht mit Sicherheit sagen. Wenn man blab weiter denkt, ist die Beschränkung auf maximal vier Teilnehmer vielleicht eine Schwäche – ein Google Hangout On Air läuft mit deutlich mehr Konferenzteilnehmern. Aber es ist auch als Kompromiss zu sehen: Mehr Diskutanten würden sowohl den Host als auch den Zuschauer allein wegen der Splitscreen-Optik vermutlich überfordern.

Blab-Test-Screenshot2

Ansonsten ist blab aus Nutzersicht gedacht – und ein größeres Lob kann es eigentlich nicht geben: super Interaktionsmöglichkeiten im Chat, einfache und intuitive Steuerung (einmal testen, dann hat man es verstanden), enge Verknüpfung zu Twitter via API und auf User-Wunsch auch zu YouTube, gute Replay-Optionen, promptes übersenden von Embed-Code, Audio- und Video-File (per Download-Link) via Mail – das ist das, was der Blogger, Podcaster, Multimedia-Journalist braucht. Jetzt fehlen nur noch die deutschsprachigen Inhalte und ein bisschen Bug-Fixing.

Am Rande bemerkt: Direkt nach dem Test-Blab kontaktierte mich gestern via Twitter ein deutscher Entwickler, der mir von sich aus direkt Support anbot. Daraus entwickelte sich noch ein längeres Frage-Antwort-Spielchen. Das war vielleicht Zufall, aber es ist absolut im Sinne der Kundenbindung: So macht blabern Spaß!

 

 

 

 

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